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Over the hills and far away...
Urlaubsreise von Kathrin und Andreas Lange
in die Toskana und die Dolomiten
vom 21.08. - 03.09.2007

Deckblatt

 

Diesmal schon mit etwas mehr Routine und 2 Motorrädern ...
BMW R1150 GS (bekannt als die Gummikuh - Q) und die kleine Schwester BMW F 650 GS (tiefergelegt für die Kürzeren von uns).

Die Q wurde seit unserer letzten grossen Tour mit einigen neuen Features ausgestattet. Lenkeranschlag von Touratech, Garmin zumo 550 - damit man sich nicht verfährt :o) und ein Alu-Kofferset von Touratech (das Sondersystem). Ach ja ... eine Bagster Tankschutzhaube haben wir auch noch bei ebay ersteigert (die gibt es sogar in der passenden Farbe)

Unsere aufgezeichneten Touren sind hier verlinkt und können mit GoogleEarth angeschaut werden:

  Strecke von Deckenpfronn nach Vada (Toskana)

  Strecke von Vada nach Canazei (Dolomiten)

  Strecke von Canazei nach Deckenpfronn


21.08.2007 - Start

Irgendwie isses mal wieder später geworden.. statt 14:00 Uhr geht's gegen 16:00 Uhr endlich los.. man, immer diese Trödelei. Egal: Iss ja schließlich Urlaub. Unser Tagesziel haben wir trotzdem fast geschafft.. fehlt halt 'ne Stunde.

Sind jetzt ca. 20 km vor Füssen, 5 km vor Wald. Ein niedliches Bauernhaus. Andi hatte ein Schild „Ferien auf dem Bauernhof“ gesehen.. und im Anblick des kommenden Regens ist die Frage „Wollen wir mal gucken?“ eher ein Floskel. Also nix wie hin: Die Leute des erwähnten Hofes hatten zwar nichts mehr frei, aber die „Nachbarin“... mir nix Dir nix wird diese auch sofort per Telefon geordert und kommt „angeflogen“ aus dem 5 km entfernten Örtchen und eskortiert uns zu Ihrem Hof.

So sitzen, ähm liegen, wir jetzt hier. Haben in Wald gegessen und sind pünktlich zum Gewitter wieder hier eingekehrt. Glück gehabt: Nur ein bissel nass geworden.. zum antüddeln der Regenkombis war keine Zeit mehr .. lach. Ansonsten hat die Fahrt hier runter ganz gut geklappt.. ein wenig Regen, am Ende Sonne und jetzt, naja, Nachts halt Gewitter.. Iss ne interessante Erfahrung in den Bergen Gewitter zu erleben.

  Tourdaten vom 21.08.2007

 


22.08.2007 - Bauernfrühstück

Eine Nacht voller Mücken liegt hinter uns.. 2-3 mal Licht an und auf Jagd gehen. Nu isses gleich Frühstückszeit und dann geht's auf die Piste. Geschlafen haben wir zum Glück trotz der Mücken noch. Bin ja mal gespannt was die Nacht kostet. Wow: 35,00 € Übernachtung und Frühstück (im Wohnzimmer riecht es irgendwie nach Kuhstall). Schließlich stehen die Motorräder auch noch in der trockenen Scheune .. da kann man nicht meckern.

09:30 Uhr Sachen packen 10:00 Uhr Abfahrt, Tanken, ab in die Berge .. also die richtigen Berge.. übers Timmelsjoch rübber nach Italia. Kati iss aufgeregt .. Feuerprobe :-S Wir passieren die österreichische Grenze in einem Tunnel. Eine herrlich bergige Landschaft begrüßt uns. Dann nähern wir uns Sölden und damit auch dem Timmelsjoch.. Katis Herzschlag steigt. Die ersten Kehren der Glückseligkeit liegen hinter uns. War doch gar nicht so schlimm .. Wir stehen an der Mautstelle. Aber irgendwie isses komisch: Wir befinden uns auf 2105m Höhe - der Pass soll doch auf 2509m sein !? Andi scherzt: „Da kommen jetzt bestimmt die richtigen Kehren und dann stehen wir in den Wolken“ - sein Blick streift über die Berge zu unserer Rechten, die wolkenverhangen sind. Also zahlen und weiter geht's.. einfach 11,00 € + Aufkleber. Erste Kehre, zweite Kehre .. Andi grinst.. die Wolken kommen näher. Nach der 9. Kehre von Andi keine Spur. Zum Glück hat die GS ein großes Rücklicht. Wir fahren mitten in den Wolken. Der Blick nach unten zeigt ein bizarr schönes Bild: Wir sehen durch die Wolken, dass tiefer liegende Berge von der Sonne angestrahlt werden während wir hier fast die Hand vor Augen nicht mehr sehen. Die italienische Grenze passieren wir im Blindflug. Jetzt geht es wieder bergab. Unendlich viele Kehren.. und irgendwann die sagenumwobenen italienischen Tunnel.. einfach nur dunkel.. ich folge blind Andis Rücklicht und hoffe, dass es hier keine Schlaglöcher gibt.

Den Berg wieder runtergeschraubt gönnen wir uns erstmal einen Kaffee. Die vielen Fotos, die wir machen wollten mussten irgendwie dem Fahrspaß weichen.. vielleicht ja beim nächsten mal. Kati ist stolz .. grinst und genießt den Koffeinschub. Wir gondeln die Landstraße gen Süden.. in der Hoffnung die geplante Strecke für heute noch zu schaffen. Merano - Bozen - Trento .. hier kommt uns wieder Regen entgegen. Es ist jetzt 18:00 Uhr.

Wir entscheiden uns hier in einem Hotel zu übernachten. Grad die Moppeds in der Tiefgarage beginnt der Regen. Puh, Glück gehabt. Bifi, Bier + Tüte Schlaf.

 Tourdaten vom 22.08.2007


23.08.2007 - Gardasee die Erste

Es hat die ganze Nacht geregnet, jetzt sieht das Wetter durchwachsen aus, die letzten Wolken hängen buchstäblich in den Bergen. Trento - Vada steht heut auf dem Plan. In Vada ist unser Campingplatz, gebucht. Unser Plan soll uns am Gardasee vorbeiführen - auf der Straße 249 wollen wir das östliche Ufer passieren.. so weit der Plan.

Leider müssen wir aber eingestehen, dass wir es heute nicht nach Vada schaffen, wenn wir am Gardasee direkt entlang fahren wollen. Also entscheiden wir uns schweren Herzens die restliche Strecke von 530 km auf der Autobahn zu bewältigen. Gardasee ist erstmal verschoben auf die Anfahrt/Rückfahrt in die Dolomiten.

So geht es aus den Dolomiten und Südtirol übers Flachland - gähn, wie langweilig und ermüdend - ins Hochland von Ligurien. Hier gibt es endlich wieder Berge und ein wenig Abwechslung. Wir schlängeln uns über Brücken und durch Tunnel in die Toskana.

Kaum passieren wir das Schild „Toskana“ kommt die Sonne zum Vorschein und die typisch toskanische Landschaft liegt vor uns. Kurz vor 18:00 Uhr endet die Autobahn mit einer stattlichen Gebühr von mehr als 26,00 €/Motorrad. Der Rest geht über Landstraßen. Punkt 18:00 landen wir in Vada. Dreimal im Kreis durch Klein-Las Vegas und dann doch noch unseren Campingplatz aus den unzähligen herausgefunden.

Endlich angekommen erfahren wir, dass es wohl bis 15:00 Uhr in Strömen geregnet hat und eigtl. niemand damit gerechnet hat, dass wir heute ankommen. Da haben wir wohl die Sonne mitgebracht :o) Hihi. Zelt aufbauen, Motorräder auf den abgeschlossenen Parkplatz (50 m Luftlinie), Grundversorgung hergestellt (Heineken und trock'ne Brötchen :-S) .. das wars für heute. Feddich. Schlafen.

 Tourdaten vom 23.08.2007


24.08.2007 - Ruhetag

Der Tag begrüßt uns mit zögerlichen Sonnenstrahlen. Kurze Zeit später werden die Wolken dichter und es regnet leicht. Frühstück im Zelt. Macht nix. Wollten heut eh abhängen. Mit einkaufen, „wandern“, Karten spielen und Faulenzen retten wir uns über den Tag. Morgen soll es besser werden. Am Meer waren wir auch schon: Das Wasser ist schön klar und warm. Der Strand - naja. Abends probieren wir den lokalen Rotwein und essen Nudeln, Arrabiata und lecker Salat.


25.08.2007 - Volterra

Aufstehen bei Sonnenschein.. kurz vorm Mittag zieht es sich wieder zu. Wir beschließen Motorrad zu fahren. Ziel der Reise soll Sienna sein. Auf dem Weg dahin ggf. ein Abstecher nach San Gimignano. Über Cecina fahren wir auf die S68. Irgendwie haben wir jedoch überhaupt keinen Spaß, da durch verschiedene Baustellen entlang der Stecke lediglich 50 km/h erlaubt sind. Durch die mittlerweile drückende Hitze und den fehlenden Fahrtwind ölen wir bereits nach wenigen Kilometern wie in Sardinien. Um es kurz anzumerken: Auf Sardinien hatten wir normale Motorradbekleidung, wie sie bei uns fast immer zu tragen geht - hier haben wir heute extra Sommer-Motorradbekleidung !!

Nach ca. 20 km halten wir an, um den Flüssigkeitsspiegel wieder aufzufüllen. Bei der kurzen Debatte, die sich am Straßenrand ergibt, fragen wir uns mehr und mehr, was einen Motorradfahrer an der Toskana reizt ?! Wir entschließen uns trotzdem für die Weiterfahrt nach Sienna - so schnell geben wir ja nicht auf..

Verrückt !! Zwei Kurven weiter ändert sich die Landschaft schlagartig: Vor uns breitet sich ein Berg aus, zu dessen Spitze mindestens ein dutzend Kehren führen. Aus der Ferne erkennt man bereits eine Art Festung, die oben auf dem Berg liegt. Es handelt sich um das Städtchen Volterra. Von der Freude gepackt schruppt Andi hemmungslos den Berg hinauf.. wenn auch teilweise im Gegenverkehr, da die Kehren extremst eng sind. Kati fährt souverän und gelassen hinterher.

Oben angekommen parken wir die Bikes und erkunden Volterra zu Fuß. Faszinierend schön - wie wir beide feststellen.. Nun rennt uns die Zeit davon. Bei einem Cappu beschließen wir wieder gen Vada zu fahren, da der Himmel mittlerweile wolkenlos ist und die Temperatur noch weiter gestiegen. Auf dem Rückweg stellen wir um auf „italienischen“ Fahrstil. Mit anderen Worten: Wen interessiert eigentlich was auf diesen Schildern am Straßenrand steht? :o)

Unser Plan wird jäh zunichte gemacht, als vor uns ein Wagen der Carabinieri auftaucht und uns fast den ganzen Weg nach Vada voraus fährt. Die haben bestimmt eine Klimaanlage in Ihrem Auto.. Ausgelaugt erreichen wir unseren Campingplatz und gönnen uns - nach einer ausgiebigen Dusche - ein Abendessen im Restaurant. Noch ein paar Biere als Einschlafhilfe und wenig später gehen die Lichter für uns heute aus.

 Tourdaten vom 25.08.2007


26.08.2007 - Schweizer

07:00 Uhr in der Frühe.. Kindergeschrei.. Panik!!.. Was ist denn hier los? .. Ach: Wir haben neue Nachbarn - aus der Schweiz. Na toll.. eine Stunde hätten wir schon noch gern geschlafen. Was solls - raus aus dem Zelt und Kaffee gekocht. Das schöne Wetter setzt sich heute wohl durch, so dass wir beschließen einen Tag Pause einzulegen. Da es relativ windstill ist, wissen wir, dass Motorrad fahren heute sicherlich kaum Spaß bringt. Wir nutzen also den Strand des Campingplatzes und bewegen uns so gut wie gar nicht. Muss ja auch mal sein.


27.08.2007 - Elba

Es ist Morgens 10 Uhr schon 25°C im Schatten. Zum Glück weht ein bissel Wind. Wir überlegen seit gut einer Stunde was wir nun tun. Heute wollten wir nach Elba.. aber das ist jetzt schon sooo warm. Ein Blick auf die „Wetterkarte“ der Rezeption zeigt uns, dass es auch die kommenden Tage nicht wirklich kühler wird. Da wir noch nicht wissen ob es morgen doch bewölkt wird, beschließen wir unseren Kram zu packen und zu fahren. Also gesagt - getan: Moppedsachen an, Badesachen, Trinken, los.

Wir fahren nur mit der „Großen“ - will ein paar Fotos machen unterwegs und es ist sicherlich auch preiswerter. Gegen 11:00 Uhr sitzen wir in Piombino in McDonalds (unser erster in diesem Urlaub :-D). Eine Stunde später geht weiter in Richtung Hafen.. Moby Ferries.. ob es diesmal was wird mit Moby zu reisen? 5 Minuten später wissen wir es: NÖ! Die wollen 87,00 € für 2 Mann auffm Mopped hin und zurück! Ich frag mal vorsichtshalber noch ein zweites mal.. sie zeigt mir die Zahlen auf Ihrem Monitor. Das ist uns dann doch ein bissel zu viel. Die spinnen doch. Für das doppelte des Geldes sind wir vor einem Jahr nach Sardinien übergesetzt, wenn auch nicht mit Moby.

-- Jetzt wo ich hier sitze und das alles aufschreibe, schau ich einfach mal was das Übersetzen bei Moby eigentlich kostet .. 7,00€/Person + 1,00€ für's Motorrad, in der Hochsaison 15,00€/Person und 28,00€ fürs Motorrad .. das hätten wir sogar noch gezahlt. Unfassbar --

Schimpfend wir die Rohrspätze ziehen wir wieder ab.. wollten die Fähren für die 30 Minuten doch nicht mieten.. grummel. Also fahren wir bei mittlerweile 36°C zurück zum Campingplatz und suchen uns dort ein schattiges Plätzchen. Schade.. waren doch schon fast da.. auf Elba.

 


28.08.2007 - Strandtag

Heute hatten wir einen wunderschönen Strandtag. Lecker Frühstück, Duschen, gegen 12 am Strand.. die Italiener kommen grad wieder auf dem Zeltplatz an. Schön, haben wir eine bissel Platz. Wollen eh nicht lange dort bleiben. Also.. Sonnen, Baden und zurück in den Schatten. Nachher gehen wir nochmal. Jetzt erstmal 'nen Espresso und ein paar Kekse.. Oh, die Espressomaschine muss abgewaschen werden.. Andi sagt, er macht das. Na gut, geh ich halt nach den Moppeds schauen..

Hm. Die Gummikuh steht verdammt schief, irgendwie mehr als gestern. Aber sie stand ja bis jetzt, wird schon nix passieren. Sag's Andi beim Kaffee - danach gehen wir nochmal gemeinsam hin.. und das war auch gut so: Beide Maschinen liegen auf rechts. So eine SCHEISSE !! Nach Sprit riecht zum Glück nichts. Erstmal die Q aufheben. Schadenbegutachtung: Andis rechte Armaturen sind nach oben gedreht, die Bremsflüssigkeit tritt aus beim drücken der Handbremse.. also alles einmal losmachen und ordentlich fest drehen.. geht wieder. Sonst scheint bei der Q alles in Ordnung zu sein. Jetzt die Kleene aufheben: sieht gut aus. Der rechte Griff steckt ca. 5 cm im Boden. Gras entfernen, feddich. Der rechte Koffer wackelt.. abbauen. Halterung vorn nach innen gedrückt und Haltebügel vorn hat den Plastikkoffer eingedrückt. Also Halterung wieder rausgebogen, Rest ignoriert.. hält wieder, wackelt nicht mehr.. auch feddich.

So, dieser Tag ist jetzt irgendwie um. Zum Glück haben wir das nicht erst morgen früh „gefunden“ - am Abreisetag. Bei 35°C im Schatten wären wir gern nochmal baden gegangen. Das Mittelmeer war heut so schön warm.. So blieb uns nur noch die Dusche und ein Abendspaziergang durch den Pinienwald ans Meer.


29.08.2007 - Abfahrt nach Salo

Heute brechen wir auf. Es ist mal wieder ganz schön warm. Wir machen langsam. Der Korsika- Tag „Positiv Denken“ ist uns noch gut im Gedächtnis. Gegen 12:00 Uhr geht es los.. man ist das warm. In der nördlichen Toskana und Ligurien wird es angenehmer.

Ca. 19:00 Uhr sind wir in Salo. Salo ist ein kleines, schönes, typisch italienisches Städtchen im Südwesten des Gardasees. Nun noch ein Hotel finden. Sind ja an einigen vorbeigefahren, kann ja nicht so schwer sein.. naja, erstes Hotel: Absage. Dann eine Stunde suchen. Gegen 20:00 Uhr finden wir dann eines: 190,00€ ! Ok, wir sind fertig und müde. Dafür bekommen wir eine Badewanne und einen wunderschönen Blick auf den Gardasee. Schnell Klamotten wechseln, keine Zeit mehr zum duschen, 21:00 Uhr macht die Küche zu.. außer Frühstück und ein Baguette hatten wir heute noch nix zu essen.. Komischer Laden hier, voll Etepetete. Das ist ja ätzend. Naja. Flugs was gegessen, Flasche Rotwein für 23,00€ getötet und ab aufs Zimmer - Badewanne, Tiefschlaf.

 Tourdaten vom 29.08.2007


30.08.2007 - Gardasee die Zweite

Heute wollen wir uns 18:00 Uhr mit einer Gruppe Motorradfahrer aus Hannover, mit denen wir schon des öfteren unterwegs waren, in Canazei in den Dolomiten treffen. Nach einem enttäuschenden Frühstück in diesem völlig überteuerten Hotel - es gab nur Fertigfraß und Kaffee, der schmeckte wie Instand-Kaffee - zeigt sich der Gardasee von seiner „nassen“ Seite. Ein Gewitter jagt das nächste. Der Regen ist so heftig, dass wir die Bäume vorm Hotelzimmer fast nicht mehr sehen .. 5m ?!

Wir zögern unsere Abfahrt hinaus bis Mittag. Gegen 12 regnet es nicht mehr und wir machen uns fertig. Da die nächsten Wolken schon wieder an Berg zu sehen sind, ziehen wir die Regenkombis gleich drüber. Nach ca. 10 km holt uns der Regen ein. Na das kann ja lustig werden. Zum Glück sind es nur 138 km bis zur Spitze des Gardasee's. Die nächsten 50 km waren die abenteuerlichsten unseres Lebens.. diese eigentlich sehr schöne Route direkt entlang des Westufers des Gardasee's dauerte fast 3 Stunden: Staus in jedem Tunnel und auch außerhalb, Regen ohne Ende, Gewitter, Berge die in den Tunnel gerutscht sind oder auf Straßen lagen und uns „offroad“ weiter trieben. Man, man, man. Gegen 15:00 hört der Regen auf.

Wir sind am nördlichen Ende des Gardasees angekommen. Erstmal 'nen Cappu. Ob die anderen auch so Scheisswetter haben? Weiter geht's! Nun wird es schön. Das Navi leitet uns nach Trento über die SS612, auf schöne einsame Bergstraße durch niedliche Dörfer und tolle Weinberge durch's Trentino. Nochmal tanken und dann Endspurt nach Canazei. Je näher wir Canazei kommen, desto mehr Touristen. Irgendwie nervig. (Nur noch 13°C.. brrr.)

Nun ja, durch Canazei weiter Richtung Pordoi.. Kehren und Kehren.. sind wir hier richtig? Wir fragen.. ja, wir sind richtig: Noch ca. 1 km und dann rechts abbiegen und dann nochmal 2 km.. wieder Kehren. Man bin ich fertig.

Gegen 19:00 Uhr endlich da. Micha, Heidi und Martin stehen schon draußen. Yuppie!! Wir sind richtig. Die anderen sind noch nicht hier.. hatten eine Reifenpanne unterwegs an einem Motorrad, die sie 2 Stunden aufgehalten hat. Ok. Einchecken, umziehen, Bierchen. Kurz vor 20:00 Uhr ist der Rest der Truppe auch da. Suppi. Ach ja, das Hotelzimmer ist 1A .. groß, hell, mit schönem Ausblick, Balkon (umlaufend für alle) und großem hellen Badezimmer mit Badewanne. Das Essen am Abend ebenso lecker: Vorspeise, 1. Gang, 2. Gang, Nachtisch. Wir erfahren unter anderem, dass auch alle anderen im Regen angereist sind.. also egal aus welcher Richtung - Slowenien, Italien und Deutschland - heut gab es für alle Regen.

Noch 1 ½ Bierchen für jeden und dann kurz nach 12 ab ins Bett. Morgen erste Tour.. ich fahr wohl bei Andi mit :-S .. die Kehren heute waren noch nicht so mein Fall. Für die ganz „Heißen“ gibt's auch schon eine Tour vor dem Frühstück - oh nee, das ist nicht unser Fall. Wir schlafen lieber ein bissel aus.

 Tourdaten vom 30.08.2007


31.08.2007 - Kardan

06:30 Uhr - Andi wird jäh aus dem Schlaf gerissen.. LKW's fangen an Schotter zu transportieren. Schnell Fenster zu und weiter ratzen bis 08:00 Uhr. Nu lecker Frühstück und dann los.. die Sonne scheint. Als wir grad am Tisch sitzen gleich die erste Hiobsbotschaft-Botschaft: Heute morgen haben sich 6 Moppeds aufgemacht in die Berge und eins geht kaputt.. Micha's Kardan tropft.

So ein Ärgernis. Können die beiden heute nicht mitfahren. Hoffentlich bekommt er es noch repariert - es ist Freitag. Martin und Frau bleiben bei den beiden, Martin will dann Micha in die Werkstatt begleiten. Als wir gegen 10:00 losfahren telefoniert Micha noch rum wegen einer Werkstatt. Abends erfahren wir dann, dass das „begleitete“ Fahren nicht mehr funktioniert hat und Micha samt Motorrad nach Trento gebracht wurden per ADAC. Nun ist alles wieder repariert und die Motorrad-Welt ist wieder in Ordnung. Morgen können also alle wieder mitfahren. Ich habe mich entschlossen mein Motorrad für die kommenden 3 Tage in der Hotelgarage zu lassen. Hier mit den Männern mithalten zu wollen ist mir zu anstrengend. So fahre ich bei Andi mit und mache Fotos, auch während der Fahrt. Da haben dann auch alle was von.

Unsere Tagestour war super schön.. Berge, Berge, Berge.. Kehren, Kehren, Kehren.. 100 waren es bestimmt und mindestens 3 Pässe ... Andis Handgelenke schmerzen ein wenig. Gut, dass wir Arnikasalbe dabei haben. Abendessen , Bier'chen, 22:30 Uhr machen wir die Biege. Flugs in die Wanne, halbtot ins Bett. Feddich. Tracks sind alle auf dem Garmin. Das können wir dann zu Hause in Ruhe auswerten.

 Tourdaten vom 31.08.2007


01.09.2007 - Eis essen und Murmeltiersalbe für Kuddel

Andis Handgelenke tun nicht mehr weh, sein Rücken ein wenig. Die Sonne scheint wieder. Das Wetter meint es gut mit uns. Christoph, unser Organisator und Tourguide, sagt, dass es heute ein wenig ruhiger wird - wir wollen nach Belluna in eine ausgesuchte Eisdiele und auf dem Rückweg Murmeltiersalbe kaufen. Wir bleiben wieder hinter ihm in der „langsamen“ Gruppe. Da wir mehr als 20 Motorräder sind, teilen wir uns in 2 Gruppen auf. Der Anfang ist echt ruhig - 2 schöne Pässe, weniger Kehren, schöne Kurven.

Beim ersten Halt begutachten der Guzzi - Achim traut sich nicht mehr zu bremsen- vorderes Radlager hin. Da kann leider nur noch der ADAC helfen. Rudolf bleibt bei Ihm.

Wir schlängeln uns weiter durch die Berge. Das ist echt eine schöne Strecke. Der Weg führt uns durch schnuckelige Dörfer mit engen Gassen, typische norditalienische Tunnel ;-), vorbei an einem See bis nach Belluna. An dem See, ca. 20 km vor Belluna, treffen sich beide Motorradgruppen und wir fahren alle gemeinsam den Rest der Stecke.

Das gesuchte Eiscafé finden wir zwar nicht, aber ein anderes auf einer Art Marktplatz. Hier finden alle Motorräder Platz und das Eis hier ist auch sehr lecker. Danach soll der Heimweg ähnlich dem Hinweg werden.. sagt unser Tourguide. So genießen wir alle unseren Eisbecher und machen uns auf den Heimweg.

Grad wieder in den Bergen kommen uns hupend und winkend Autos und Menschen entgegen.. wir verstehen erst nicht.. dann sehen wir es: Eine Herde Kühe kommt auf uns zu. Blicke links und rechts - schnell nach links in die Einfahrt.. das war knapp. Fotoapparat raus ! Als wir uns umsehen bemerken wir, dass es nicht alle geschafft haben wegzukommen, sondern einfach nur am Straßenrand stehen bleiben konnten und nun der Rindviecher harren müssen. Die nächsten Kilometer in die Berge werden ziemlich gefährlich - die Kühe kamen wohl vom Bergkamm und so ist nun die Straße mit ihren Fladen verziert. Das ist in den Kurven eine ziemlich rutschige und ebenso gefährliche Angelegenheit.

Irgendwie steigt die Anzahl der Kehren mit der Uhrzeit! Zwischendurch auf dem Falzajoch Murmeltiersalbe für Kuddel kaufen (Die gibt's auch auf dem Pordoi.. haben wir einen Tag später festgestellt.) Als letztes übers Sellajoch flugs zurück ins Hotel. Mir tun die Knie weh und Andi der Rücken. Es ist kurz nach 19:00 Uhr.. da haben wir locker Zeit für 'ne Runde in der Badewanne :-D ... Trotz guter Vorsätze isses mal wieder bei Rotwein und Quatscherei halb 12 geworden.. nu aber ab in die Falle. Morgen Pause.

 Tourdaten vom 01.09.2007


02.09.2007 - Chillout-Day

15:30 - wir sitzen bei Cappuccino und Apfelkuchen auffm Pordoi im Sonnenschein. Haben's heut gemütlich angehen lassen. Andis Rücken ist noch nicht wieder ganz in Ordnung. Alle anderen haben sich heute in 3 kleinen Gruppen auf die Moppeds geschwungen. Außer Achim - die Guzzi steht in Bozen und wird hoffentlich am Montag noch repariert. Ansonsten muss er sie wohl defekt mit auf den DB-Autozug nehmen, damit er wenigstens bis Hildesheim kommt mit den anderen. Morgen ist Abreise - den Tag Pause können wir gut gebrauchen.

Wir holen also meine Koffer aus der Garage und ich fang schonmal an die Campingsachen und Schmutzwäsche zu packen. Dann wird es morgen bei der Abreise nicht ganz so hektisch. Andi flüchtet in die Badewanne .. passt schon.

Gegen Mittag aufs Pordoi und das Denkmal suchen. Andi hat es vor unserem Start von zu Hause gefunden in unserem Dolomiten-Buch. Wir lassen das Motorrad also am Joch stehen und laufen die 2 km zum Denkmal. Man kann zwar auch ziemlich weit hoch fahren , aber ein bissel Bewegung in den Beinen tut mal wieder gut.

Irgendwie ist die Stimmung immer gedrückt an solchen Denkmälern. So viele junge Männer, derer man hier gedenkt. Unvorstellbar, dass in diesem Höhen Kämpfe stattgefunden haben..

So, 16:00 Uhr, zweiter Cappu - die Sonne trocknet unsere durchgeschwitzten T-Shirts - und dann wieder runter ins Hotel. Abends noch flugs weiter vorgepackt, dass schonmal meine Koffer wieder ans Motorrad können, Rolle noch drauf, angeschnallt .. 650er fertig. Andi gebadet und nochmal eingesalbt, dass der Rücken sich wieder erholt.

Beim Abendessen vermissen wir eine Gruppe Motorradfahrer - ein Anruf klärt, dass sie wohl erst gegen 21:00 Uhr ankommen werden. Haben sich ein wenig vertan ;-).. 400 km in den Dolomiten iss ja auch nicht wenig!


03.09.2007 - Heimreise

Es ist wie immer .. man freut sich auf zu Hause und ist dennoch traurig, dass es schon vorbei ist. Wir verabschieden die Nordlichter gegen 10:00 am Hotel. Sie fahren jetzt noch ein paar Pässe ab und bewegen sich heut Abend ab Bozen mit dem DB-Autozug nach Hildesheim. Ein Fahrer reist an den Gardasee seiner Familie hinterher .. Neid.. und wir machen uns auf den Weg Richtung Österreich.

10:30 Uhr Abfahrt, 50 km bis zur Autobahn. Ein paar Kehren übers Sella, seichte Kurven am Berg. Dann auf die A22. Wir bleiben auf der Autobahn, da wir schnell vorankommen wollen. Zuerst wollten wir noch einen Tag in Österreich bleiben, aber irgendwie hat keiner mehr Lust die Sachen nochmal von den Motorrädern zu schnallen. Außerdem haben wir im Wetterbericht gesehen, dass es oberhalb 1000 m Schnee gibt und in Deutschland das Wetter erst recht nicht berauschend wird.

So langsam wird es wieder Zeit für das eigene Bett. Also fahren wir in Richtung Brenner, Innsbruck, Fernpass und landen kurz vor Füssen in Deutschland. Bis Innsbruck hatten wir fantastisches Wetter, dann wurde es kühler und nach dem Tunnel in Deutschland angekommen müssen wir den ersten Parkplatz nutzen, um schnell unsere Regenkombis anzuziehen bevor es richtig anfängt zu schütten. Dieser Regen begleitet uns auch tatsächlich bis nach Hause .. 250 km Dauerregen. Es will einfach nicht aufhören. Wir haben so arg Aquaplaning, dass wir langsamer fahren müssen. Das ist echt anstrengend.

Bei Ulm machen wir die zweite Pause: die Goretex-Handschuhe sind bei diesem Regen nach 3 Stunden nun auch durch. Die Regenkombis waren ihr Geld wert.. alles trocken drunter. Ein anderer Motorradfahrer aus Stuttgart kommt auch aus den Alpen und ist jetzt schon bis auf die Haut nass.. er hatte nur eine Jeans an und Motorradjacke - armer Kerl. Aufgeben und Hotel suchen? Nix! Den Rest schaffen wir jetzt auch noch. Gesagt, getan .. Kaffee, Zigarette, weiter .. Kurz vor 19:00 Uhr sind wir daheim. Und man mag es nicht glauben - just an der Autobahnabfahrt hört der Regen auf. 10 km ohne Regen.. super.

Zu Hause angekommen schnallen wir noch die Koffer und Säcke von den Moppeds, schleppen uns ins Haus, holen für jeden eine Badewanne aus dem Keller und laden unsere Motorradsachen drin ab, trockne Sachen an.. Bier'chen, Fernsehen, Füße hoch .. Daheim :o)

 Tourdaten vom 03.09.2007

 

 

 

 

 


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