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08.08.2006 - Start

... aber heute ist erst der 07. ... Gepackt, getestet, für gut befunden... Route grob angeschaut, Campingplätze geortet, Karten sortiert... noch ein Bierchen trinken...

22:30 Uhr - Sonnenmilch? Papiere?

Start bei 11778 km auf dem Tacho. 13:41 Uhr auf der Autobahn. 14:05 Uhr erster Regenguss!

14:45 Uhr Pause, Sicht unter 20 Meter - Regen! Kaffee/Essen in Neckarburg-West. Jägerschnitzel, 2 Cappu und eine Brezel.

Der erste Tag endet kurz vor 17:00 Uhr in Singen... hinterm Berg wartet schon wieder Regen.

Taff auf Pro7, zwei Folgen Simpsons, Grieche, Bierchen aus dem Automaten für 1,50€ im Hotel Lamm um 21:30 Uhr - DZ für 99,-€/pro Nacht + Garagenplatz ;-)


09.08.2006 - Anreise

10:19 Uhr ruff auffe Bahn 10 Minuten später an der Grenze zur Schweiz.
11:15 Uhr kurze Pause in Zürich für und weiter.
13:15 Uhr beginnt es in Swyz zu regnen.

Wieder umziehen (Fleecejacke/Handschuhe) und weiter in Richtung Gotthard.

14:45 Uhr 17 Kilometer Gotthard Tunnel liegen hinter uns. Auf der Gegenseite 4-5 Kilometer Stau. Im Tunnel hatten wir zum Glück kein Stau - da drinnen waren es geschätzte 35°C!

Erstmal was essen. Nudeln für Kati und ne Wurst für Andi + 2 Cappu ...macht 22,35€. =)

Nu is Urlaub.

Wie das wohl noch weiter geht? Heute noch bis Genua - bis Lugano erstmal 80 Kilometer Berge. Vielleicht wird es ja doch noch ne Nachtfähre bis Sardinien...wenn nicht dann schau'n wir mal.

Ach ja... Schweiz war zwar Regen, aber die Landschaft atemberaubend.
Wir vermuten, ab jetzt nur noch Sonne ;-)

16:30 Uhr - Italienische Schweiz - und Regen... UND WIE!

Rausfahren, umtüddeln, Baum giessen - weiter.

Lugano - Regen. Jetzt Kniegass... Licht am Horizont...etwa Sonne?

17:15 Uhr - Oberitalien, Regen abgehängt. Zeit zum tanken und Kippe.... Tropfen!?! WEITER.

Milano liegt nun hinter uns (18°C). Vor uns blauer Himmel mit Schäfchenwolken.

17:30 Uhr - Riesige Regentropfen - so ein Mist. Nächste Tankstelle raus - da gibt’s bereits ein Bikertreffen. Autobahn förmlich unter Wasser. Mc Donalds? Nee, kein Hunger.

Hat nu aufgehört zu regnen. Sachen bleiben an - BASTA. Los und - was schon - Regen ... egal - weiter. Gegen 19:00 Uhr ca. 80 Kilometer weiter in Richtung Genua - Berge (wieso Berge?). Also nix wie rein... Genua wir kommen: 1000 Serpentinen und wilde Überholmanöver im Gebirge. Andi fliegt - die GS macht treu alles mit.

Wilder Beschilderung und Gefühlen Richtung Fähre gefolgt. STAU - mist - Chaos... aber wohl alles üblich... Eingereiht in die Autokolonne wurden wir als Motorradfahrer vorbeigewunken. Am Schalter doof gestellt: „Hab kein Ticket - kann ich das nicht hier kaufen?“ Wildes gefuchtel als Antwort - hm, also nicht. Rechts raus und erstmal Tickets besorgen.

Mittlerweile 20:30 Uhr bei satten 29°C. Regensachen haben wir natürlich brav angelassen - schwitz... dehydriert...

Kati rennt los - Tickets bei Moby - nix - completto fullo! Am Nebenschalter geht’s weiter. BINGO!

Mit Grandi Navi Veloci (Grimaldi Lines) für 178,50€ über Nacht nach Porto Torres.

20:42 Uhr Kati ist stolz wie Oskar...sauteuer - aber egal. 12 Stunden Nachtfähre nach Sardinien.

Andi wieder zum Schalter - Aufkleber für die Fähre und ab zum Pier 6. Anziehen und weiter - Fähre suchen und dabei fast vorbeigeschossen. Ein freudlicher Italiener zeigt uns den Weg. Kati muss laufen während Andi auf Deck D(4) fährt. Kati wartet auf Andi: 21:05, 21:10, 21:15... Andi schnauft die Treppe rauf. Motorradsachen, Fleecejacke - hat ja oft geregnet - zwei grosse Rollsäcke und ein kleiner, sowie Tankrucksack und Helm...boah.. Kati wartet auf Deck 6 an der Rezeption. Endlich er ist wieder da... und nu? Wohin? Deck 9 sagt uns die Stewardess - na Danke auch. Lift? Ja - bis Deck 7. Schrei, tropf... also Treppen, und die sind gut verteilt.

Irgendwann auf Deck 9 - wohin nun? Keine Ahnung...irgendwo alles fallen lassen und erstmal die Klamotten aus und etwas trinken. Andi und Fähre laufen gegen 21:25 Uhr aus... hm italienische Uhren ticken wohl schneller - geplante Abfahrt war 21:30 Uhr. SCHEISSEGAL.... Nochmal Tickets raus.... ach so... im Raum „Capri“. Umgezogen und Krempel dort abgeworfen. Jetzt erstmal an die frische Luft - trocknen und eine rauchen ;-) Kati zieht los und besorgt was zum essen: Baguettes und Melone ... hmm lecker. Andi grinst im Kreis. Essen, nochmal rauchen, Bierchen und ab ins 'Bett'.


10.08.2006 - Ankunft Sardinien

Es ist 0:30 Uhr - Andi schläft aufrecht. Kati nutzt ihre geringe Länge auf zwei Sitzen.
1:15 Uhr - Andi wieder wach - mist! Hm, nochmal auf Deck eine qualmen. Wieder zurück am Platz: Pennen impossible (5 - 6 Handies klingeln abwechseln und einer schnarcht)... schlimmer ist jedoch der grässliche Gestank von Andis Stiefeln. Andi droht zu ersticken.

2:30 Uhr - Andi wieder auf Deck. Korsika im dunklen vorbeiziehen sehen. Den Bierleichen beim Kotzen zugehört.

4:45 Uhr - Ein bisschen schlafen wäre nicht schlecht. Wieder zurück zum Platz. Aber diesmal Stiefel anlassen ;-) Kati ratzt wie ein Engel - die Handies leider nicht.

6:15 Uhr draussen ist es schon hell, Andi erwacht. Ab auf Deck - Sonnenaufgang bewundern und 'frische Luft' schnappen. Wann kommen wir eigentlich an? Denk mal gegen 7:00 Uhr...

7:00 Uhr kein Land in Sicht - Pöh, gehen wir halt frühstücken. Zwei fast kalte Cappucino und ein Schokocroissant... noch ein Cappu (diesmal warm) aber noch immer kein Land. Zurück aufn Sitz.

Durchsage: 9:00 Uhr Ankunft - na dann... noch mal ratzen.

8:15 Uhr - Andi schläft tief und fest - Land in Sicht. Hafen vorn und Inseln steuerbord. Andi wecken, antüddeln warten, gucken, warten... ca. 9:40 Uhr im Hafen 'eingeparkt'. Im Gedränge in die Garagen - Moped bepacken, losfahren - endlich frei. :o)

Sardinien wir kommen!

Ankunft in Porto Torres - man ist das hässlich hier. Verfallene Industrieruinen. Auf zu Mc Donalds... Olbia oder Sassari? Sassari 20 km - ok, nehmen wir.

30 Minuten im Gedränge stop and go durch Porto Torres. Sassari - genauso hässlich. McDonalds gefunden - jupiii Essen & Cappu. Strecke ausgucken nach Olbia...

Weg nach Olbia: Von Sassari auf der 131 nach Nuoro. Bei Codrongianos auf die 597/199 Richtung Olbia. Rund 100 km quer durch das verbrannte Innenland von Sardinien. Die Strassen sind gut ausgebaut, aber keine schattigen - ach was red ich - überhaupt keine Rastplätze. Nur Nothaltebuchten und Tankstellen auf der falschen Seite - ohne Möglichkeit der regulären Anfahrt.

In Olbia von anderer GS überholt worden und dummerweise hinterhergefahren - Herdentrieb, shit!

Tank fast leer und jetzt noch verfahren. Kati sieht im vorbeifliegen eine Agip Tankstelle. Runter von der Schnellstrasse und rauf auf die verlassene Tankstelle. Erstmal dringend was trinken und ausruhen - der Wasserverlust hat uns ziemlich zugesetzt! Mittagsruhe bis 15:30 Uhr - Es ist gerade 13:45 Uhr. Zum Glück sind nahezu alle Tankstellen auf Sardinien mit Tankautomaten bestückt.

Also tanken und weiter geht’s.... geplant ist ein Zeltplatz in San Teodoro. Erst einmal Richtung Flughafen, dann auf die 125 Richtung Süden. Dem ersten Campingplatz-Schild gefolgt und genutzt.

14:30 Uhr ist es nun - bis 15:30 Uhr Mittagspause.. was sonst ;-). Egal wir warten - es ist sehr warm und wir sind hundemüde. Eingecheckt und die erste Krise beim Zeltaufbau. Boden wie Granit und kein Hammer... Helden! Da die weitere Vorgehensweise diskutiert werden muss ist zunächst ein Bierchen angesagt. Ab in den Market - vielleicht gibt’s ja nen Hammer.

Leider nicht - aber Bierchen. Die Erlösung kommt mit den neuen Nachbarn, die sind sehr nett und haben auch einen Hammer dabei (und fahren ne Guzzi).

Die Heringe sind krumm - aber drin. Jetzt erstmal duschen :-) :-), im Zeltplatz-Restaurant was essen und dann ab in die Poofe. Vorm einschlafen schwant uns, dass wir unseren geplanten Campingplatz wohl doch nicht erreicht haben... was soll's.


11.08.2006 - Ruhetag

7:00 Uhr - aufstehen. Heute geht es an den Strand. Mal Ruhe haben...

8:00 Uhr - der Market macht auf. Brötchen, Butter, Salami, Nutella und Marmelade. Anschliessend frühstücken. Kalter Kaffee, weil Andi Angst hat, den Campingplatz mit seinem Benzinkocher in die Luft zu sprengen. Geht aber auch so :o) Zähneputzen und mit dem Shuttle-Service ab zum Strand. Wind - viel Wind.

12:00 Uhr - 10 Minuten Fussmarsch zurück zum Campingplatz. Essen schlafen, kalter Kaffee, essen, das hier schreiben, kalter Kaffee.

17:00 Uhr - der Market öffnet wieder. Umstieg auf Bier.


Ach ja:
Ca. 15:00 Uhr stirbt unser Benzinkocher in den Händen von Andi. War wohl doch zu windig :-S

Nun einen Gaskocher kaufen? Auf nach Olbia... ne Menge Stau (klar, is ja Freitag), kein Gaskocher weit und breit - Andi flucht. Müssen wir wohl doch den überteuerten Marketkocher kaufen, an den sich Andi zu erinnern glaubte. Zurück das gleiche Drama - nur nicht mehr ganz so warm.

An diesem Tag haben wir also gelernt:

  • das es auf Sardinien recht windig zugeht.

  • man am Besten früh zum Strand geht

  • eine ausgedehnte Mittagspause macht

  • und gegen Abend erst Motorrad fährt - dann ist es auch erträglich


 12.08.2006 - Santa Lucia I

8:30 Uhr - Heute haben wir schön lange geschlafen. Es ist immer noch sehr windig....und auch bewölkt. Super! Kaffee (diesmal heiß), Frühstück, Moped fahren. Kaum mit dem Moped losgefahren , scheint auch schon wieder die Sonne. Wir fahren die 125 Richtung Süden. Ziel ist Santa Lucia in der Nähe von Siniscola. Auf dem Weg dahin wollen wir uns andere Campingplätze anschauen und ggf. unser Domizil dorthin verlagern. In jedem grösseren Ort entlang der 125 herrscht Chaos. Das kommt davon wenn man keine Ampeln hat. Die Sonne brennt uns mittlerweile auf den Pelz.

Die GS ist kurz vorm Überhitzen. Besonders schlimm war es in San Teodoro, Budoni und Posada.

In dieser Jahreszeit wirklich nicht zu empfehlen, da total überlaufen. In Siniscola Stopp an einer Tankstelle. Auslüften und abkühlen lassen. Weiter in Richtung Orosei. Eine herrliche Strecke mit vielen Kurven. In Santa Lucia angekommen, bietet sich uns ein herrliches Panorama. Ein schnuckeliger Ort mit breitem Strand, türkisblauem Wasser und riesigen Bergen im Hintergrund.

Männer waschen auf der Strasse ein riesige Paella-Pfanne... Villariba lässt grüssen ;-)

An den Strand wollen wir unbedingt. Aber erstmal Fotos machen... dann geht’s weiter.

Da der südliche Teil des Strandes ziemlich von Algen belagert ist, fahren wir den nördlichen Teil an.

Auf dem Weg dorthin fahren wir an mindestens 3 Campingplätzen vorbei, die im Wald liegen. Nach ca. 2 Kilometern in Richtung la Caletta folgen wir einer halsbrecherischen Einfahrt in ein idyllisches Plätzchen mit Bäumen und sandiger Abstellfläche. Die Q wird vorsichtshalber an den Baum gelehnt. Alles andere ist uns zu unsicher. Der Boden besteht nur aus Nadeln und butterweichem Sand. HUNGER!

Gut, dass wir unsere BiFis und das riesige Maisbrötchen (Pane) von heute Morgen mitgenommen haben. So und jetzt an den Strand. Herrlich, genau so haben wir uns das vorgestellt. Endlich, Sand und kristallklares, türkisblaues, warmes Meer. Die Abkühlung tut gut. Als Andi bei Liebesspiel im Meer seine Uhr verliert, sind wir froh, die Taucherbrillen dabei zu haben... finden Sie wieder und sind erstmal fertig. Zum Glück ist es ein wenig wolkig, denn die Sonnenmilch wartet im Zelt.

Den Rückweg treten wir auf der 131 an - eine Schnellstrasse. Man spart sich die Staus in den überlaufenen Ortschaften. Zerklüftete Felsen und spärliche Vegetation begleiten uns. An manchen Stellen wir bewässert... herrlich grüne Fleckchen inmitten der braunen 'Wiesen'. Auch im Landesinneren weht noch ein flottes Lüftchen.

17:25 Uhr - Ankunft Zeltplatz. Erstmal einen Kaffee..... aber was ist das?!?!?! Da bauen doch gerade ein paar Italiener unser Zelt zu. Frust, grummel... und englisch können sie angeblich auch nicht. Ein wenig Handgefuchtel und ein paar Brocken englisch bringen dann doch die Einsicht, das Zelt nach hinten zu setzen. So.. jetzt abba Kaffee.

Der Abend endet am Zelt mit Wein, Bier und Tütensuppe.


13.08.2006 - Sonntag

7:00 Uhr - Wir wollen verlängern bis zum 20.08.06 - das machen wir am Besten nach dem ersten Kaffee. Langsam wird der Zeltplatz richtig voll.

8:30 Uhr - So wir haben nun unseren Platz - ne Mauer zum drauf sitzen, den Market in der Nähe - für weitere 7 Tage. FRÜHSTÜCK.

Blauer Himmel und ein paar Wolken, sieht perfekt aus zum Moped fahren

17:00 Uhr - Abgeloost - heute nur rummgegammelt. Dafür haben wir auch einen Klappstuhl geschenkt bekommen. Andi ist noch glücklicher. Wasser, eine Dose Bier und einmal Tunfisch auch - von zwei Mädels, die heute heim fliegen. Das Flirten hat sich also doch gelohnt ;-)

Durch das Abhängen erhöht sich natürlich der Bierkonsum.
12:45 Uhr nachtanken. Kati schämt sich, da wir so oft was einkaufen. Wenn wir italienisch könnten, wären wir mit den Verkäufern sicherlich per 'Du'.


14.08.2006 - Santa Lucia II

16:19 Uhr - Nachdem der gestrige Tag mit Zoff beim Kartenspielen endete, weil Kati nicht verlieren kann (sagt Andi) bzw. Andi nur schadenfroh ist (sagt Kati), war der heutige Tag wunderschön. Extra früh aufgestanden: 6:25 Uhr. Sachen gepackt und ab zum Strand von Santa Lucia.

8:30 Uhr Abfahrt, 9:30 Uhr Strand - alles noch schön leer. Aber die Italiener sind schon im Anmarsch. 14:00 Uhr geht’s wieder zurück - genug Sonne für heute. Kati macht eine Metamorphose durch - auf der rechten Körperseite ähnelt sie einem Krebs. Andi hingegen hat noch weisse Beine, die aussehen wie Begrenzungspfosten auf deutschen Landstrassen - Kati sagt: Das wird schon noch...

Ach ja auf der Hinfahrt haben wir uns bei einem Plantagendirektverkauf mit einheimischem Obst eingedeckt. Es ist preiswert und echt lecker....man schmeckt die Sonne Sardiniens.


15.08.2006 - Disastro

Eigentlich ein Feiertag in Italien. Hm... merkt man nix von. Heute mal kein Wind. Dementsprechend schwül ist es...schon seit gestern Abend. Andi will heim. Erstmal Frühstücken...so langsam kommt ein wenig Wind auf. Wir planen Abendausfahrten und durchstöbern das Sardinienbuch - das macht Spass. Heute wollten wir eh mal der Haut ein wenig Erholung gönnen. Der Gedanke an das Wetter in Deutschland lässt uns den Gedanken an eine vorzeitige Abreise - evtl. über Korsika - wieder verwerfen. Aber auch nur weil Korsika sehr wahrscheinlich genau so überlaufen ist wie Sardinien.

DISASTRO sagt die Nachbarin...was ist passiert? Also:

Andi hat sich heute morgen Wind gewünscht.... war wohl ein sehr grosser Wunsch. Wir haben Sturmböen, orkanartige Sturmböen. Das Billigzelt der aufdringlichen Italiener ist zerrissen, die Stangen zerborsten. Das gute Coleman der Deutschen gegenüber hat auch nachgegeben. Schade eigentlich - war bestimmt teuer. Unser Wolfskin steht - auch ohne Sturmleinen - wie eine Eins. Andi der Paparazzo schiesst erstmal Fotos. Kati braucht nen Kaffee. Andi sagt: Das einzig nutzbare vom MSR-Benzinkocher ist der Windschutz - und wickelt ihn um den Kochtopf. Der Abend klingt aus mit 1 ½ Flaschen gutem sardischen Weisswein. Kati hat ein wenig Angst um unser Zelt. Andi redet sich die Lippen fransig mit Erklärungen über die stabile Konstruktion eines Jack Wolfskin Zeltes.

Ach ja... die Ekelitaliener haben sich ein neues Billigzelt zugelegt und mit 10 Mann aufgebaut, d.h. drei Mann arbeiten der Rest gibt 'wertvolle' Ratschläge ;-)

Morgen geht es dann wieder auf die Piste... Richtung Palau haben wir uns überlegt. Hauptsache der Sturm ist wieder vorbei.


16.08.2006 - Capo d´Orso

08:00 - draussen ist Aufbruchstimmung, unsere Lieblingsitaliener bauen ab. Andi macht noch flugs ein Foto von der abenteuerlich gepackten Guzzi. Wir beschliessen am 18.08. abzureisen. Heute Palau, morgen Pause und dann über die Ostküste nach Korsika. Nur das Korsikabuch was wir haben taugt nicht viel. Hätt ich mal doch das andere eingepackt. Egal. Werden schon was finden - iss ja schliesslich ´ne Ferieninsel.

19:35 Uhr - sind zurück - darf noch nicht schreiben.. müssen erst einkaufen.

... nächster Morgen Andi: was für´n Kappes ! Hätt ich sie nur gestern schreiben lassen. Heut bin ich sowas von müde.. und Kati hat kein Bock was zu schreiben.

OK.
Gestern Mittag haben wir uns tatsächlich Richtung Palau auf die Socken gemacht. Da es so heiß war, haben wir auf unsere Motorradhosen und -Stiefel verzichtet. Hinter Olbia nehmen wir die 125 nach Palau - auf dem Rückweg wollen wir evtl. an der Smaragdküste entlang fahren nachdem wir uns den „Bären“ am Capo d´Orso angeschaut haben. Auf der Karte sieht die Strecke eher langweilig aus. In Natura war es jedoch eine Kurve nach der anderen - geil !! :o) Kaum vorstellbar, aber in Arzachena stand tatsächlich eine Ampel.. die erste funktionierende, die wir hier auf Sardinien zu sehen bekamen. In Palau angekommen schrauben wir uns die Serpentinen rauf zum Capo d´Orso. Ein herrliches Panorama bietet sich uns - anhalten und erstmal ein Foto machen. Am Capo angekommen parken wir auf eine bewachten Parkplatz - schön im Schatten.

Nun geht es zu Fuss weiter.. eine anstrengende aber lohnenswerte Kraxelei. Viele Fotos gemacht von den bizarren Steinformationen. Selbstverständlich haben wir auch den legendären Bären am Capo d´Orso fotografiert. Dann wieder runter zum Mopped. Wir überlegen uns nach Santa Teresa zu fahren. Von dort gehen die Fähren nach Korsika. Gesagt - getan. Auch hier wieder eine wunderbare Strecke.

Der Fährhafen in Santa Teresa ist nicht allzu gut ausgeschildert - wir mussten erst eine Ehrenrunde durch die Einbahnstrassen drehen. Dafür gibt es direkt neben den Ticketschaltern ein Cafe in dem wir uns erstmal mit Cappu und Eis versorgt haben. Wir schauen uns die Fahrpläne an und beschliessen eine Fähre um 15:00 Uhr zu nehmen, d.h. natürlich erst übermorgen. Diesmal wird es wohl Moby sein, denen wir und anvertrauen. Dann schauen wir uns das Anlegen einer Fähre aus nächster Nähe an .. und Andi versaut sich seine schöne Hose mit Bitumflecken.. na prima!

Die Rückfahrt von Santa Teresa nach Porto San Paolo (hier ist ja unser Campingplatz) dauert ca 1½ Stunden. Glücklich und geschafft kommen wir gegen 19:30 Uhr an. Der Abend endet mit Salat, Bier und Wein.. Karten spielen wir lieber nicht mehr *prust*.


17.08.2006 - Strandtag

Morgens alles bedeckt - sieht irgendwie nach Regen aus. Hm... wollten doch heute nochmal in die Sonne. Vielleicht ja Nachmittags. Also laaaaange Frühstücken, Wäsche waschen - müde sein - Kaffee trinken - noch müder sein - kurz Karten spielen, Mittagsschläfchen - Sonne wünschen..

15:00 Uhr - Juppie, blauer Himmerl. Also Abreise klären und ab zum Strand

22:00 - gut gegessen im Ristorante, geduscht, noch ein Abschlusswein- bzw. Bier und dann ab ins Zelt. Morgen geht’s nach Korsika.


18.08.2006 - Abreise Sardinien

03:00 Uhr - Regen, heftige Blitze und Grollen. Der halbe Campingplatz ist wieder wach - Andi auch. Nix wie raus und Wäsche einsammeln. Dicke Tropfen schlagen aufs Zelt. So helle Blitze haben wir noch nie gesehen. Schöner Mist - wollen doch nachher nach Korsika aufbrechen.

07:30 Uhr - Der Himmel ist immer noch schwarz mit Regenwolken.

08:00 Uhr - Es regnet wieder. Das wirft unseren Zeilplan ganz schön zurück. Doch bleiben? Nix. Erstmal frühstücken. Dann im Zelt alles einpacken.

Gegen 11:00 Uhr reisst es auf.. nu aber los.. 11:30 Uhr

13:30 Uhr in Santa Teresa di Giau. Für die Fähre 15:10 Uhr mit Moby gibt’s kein Ticket mehr. Schöner Mist. Irgendwie ist das nicht unser Tag. Also Essen und Kaffee und mit Salemar 17:00 übersetzen. Zuguterletzt zerreisst sich Andi seine nun nicht mehr so schöne Bitumflecken-Hose am Brüllschloss...

18:00 Uhr Bonifatio

Superschöne Steilküste, schnuckliges sympatisches Städtchen, in dem man sich schnell verfahren kann.. nach einer Ehrenrunde sind wir auf der 198 nach Bastia. Halt in Porto Vecchio mit Tanken, Kaffee und HotDog (?!?) Nun aber schnell weiter.. wird schon dunkel. Die erste Nacht hätten wir gern in einem Hotel verbracht.. 420,00 €/Nacht !! Mund wieder befeuchten und weitersuchen.

Wir fahren einen Campingplatz hinter Porto Vecchio an und schlagen unser Zelt im dunkeln auf. Super. Schnell Bier kaufen an der Tankstelle gegenüber und dann duschen. Direkt oberhalb unseres Zeltes tobt eine ausgelassene aber nette Franzosenparty.


19.08.2006 - Positiv Denken

04:00 Uhr ... Andi sitzt vorm Zelt und wartet auf das Gewitter, dass sich mit rasender Geschwindigkeit und wieder viel grellen Blitzen heranmacht. Wieder Regen.. alles wieder reinholen.. auch Andis (Stink-)Stiefel. Nu aber noch ein bissel schlafen. Gegen halb 9 stehen wir auf und quälen uns ohne Kaffee ein Baguette runter. Flugs packen und .. los.. soweit der Plan! Es wird sehr schnell warm, der Regen letzte Nacht lässt es schwül werden im Wald.

So wollen wir uns beeilen und es passiert: Andi verhebt sich am Topcase, weil ich zu schnell losgelassen hab, und kann sich nicht mehr drehen. Kati knickt böse um als sie helfen will.. man hat das geknirscht im Fuss. Humpelnd, fluchend und schwitzend beladen wir das Mopped.

Urlaub vorbei? Ach was.. wird schon.. bestimmt. Hoffen wir.

Nachdem Andi gestern seine Hose zerrissen hat wird heut leger mit ¾ -Hosen und Turnschuhen gefahren. Wir nehmen unseren ersten „Kaffee“ in Form eines Espresso ohne Milch und mit viel Zucker an der Tenkstelle gegenüber. Dann geht’s los - weiter auf der 198, vorbei an malerischen Stränden. Bis jetzt ist es wolkig.

Erste Pause gegen 13:30 mit einem Riesenpott Kaffee und (altem) Baguette. Heute Abend ein Bungalow oder Hotelzimmer wär nicht schlecht. Gäääääääääääääääääääääääääääääääääääähn....!

Wir düsen weiter auf der N198 in Richtung Norden und halten gegen 16:30 in San Lucia di Morani. Ein Campingplatz - was sonst - der auch Bungalows vermietet. Die nette ältere Dame an der Rezeption muss uns leider enttäuschen - kein Bungalow mehr frei. Ein Platz für ein Zelt hingegen ist kein Problem. Naaa guuut, dann nehmen wir halt den. Schön im schattigen Wald.

Gegen 17:15 ist wieder alles komplett hergerichtet... so langsam haben wir Übung :-D

Vor San Lucia liegt San Nicolao - hier haben wir einen grossen Supermarkt gesehen (mit 13 Boutiques). Da wollen wir mal hin - Happa happa kaufen und natürlich Stoff für unsere durstigen Kehlen. Vielleicht gibt’s da ja auch ne Hose für Andi.

Der Supermarkt war wirklich Super - 10000 leckere Dinge und wir schlagen mal so richtig zu. Im Anschluss noch Essen bei King Burger (!?) mit Pietra (Kastanienbier) - nicht wirklich Bier, aber es schmeckt. Im Anschluss noch mit „Händen und Füssen“ (hier spricht schon aus Prinzip niemand englisch) gegen die falsche Rechnung gewehrt.. Capito !

Zurück auf dem Campingplatz saukalt geduscht, wiederbelebt mit Desperados und dann zum Strand, der direkt am Campingplatz liegt. Hm, warum ist das hier eigentlich so leer?.. Der Abend klingt mit Heineken aus.


20.08.2006 - Ponte Nuovo

So ... heute Strandtag! ... soweit die Theorie.

Dunkle Wolken und hin und wieder ein paar Tropfen daraus. Nach ´ner halben Stunde am Strand beschliessen wir lieber noch ein bissel die Gegend zu erkunden.

14:30 Uhr steht die Route fest, 20 min später sitzen wir auf der BMW Richtung Casamozza (Bastia) und dann ab in die Berge. Runter die N193 Richtung Ponte Leccia - schöne lange Kurven, schöne Aussichten. Die Q hat ihren Spass. Als es anfängt zu regnen haben wir die legendäre Brücke von Ponte Nuovo erreicht und machen Pause in einem Cafe mit einem Pott Kaffee und Kuchen. Ein kurzer Gang durch das Mini-Museum, noch ein paar schöne Fotos und weiter geht’s.

Wir entschliessen uns auf der D115 nach Bisinchi zu fahren. Die Strasse ist eng und sehr kurvig. Schnell sind wir auf 1000m Höhe.

Unterwegs begegnet uns ein Bulle, der am Wegrand auf uns zu warten schien. Ein paar Kilometer weiter stehen wir an einer Gabelung mitten in den Bergen uns machen eine Pause. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick in das bergige Inland. Hier in den Bergen gibt es viele wilde Hunde. Die Strassen in den Bergen sind unbefestigt, mehr als 40 km/h sind nicht möglich. Um Bisinchi herum ist der Strassenbelag sehr schlecht und löchrig. Da es schon ca. 17:30 Uhr ist, entscheiden wir uns an der Gabelung für die D115A auf der anderen Seite des Berges zurück nach Ponte Nuovo zu fahren.

Essen bei King Burger (heisst wirklich so), Bierchen am Zelt, Abends Gewitter .. wir schlafen bei Regen ein. Im Kopf baut wohl jeder von uns hier morgen das Zelt wieder ab.


21.08.2006 - Abreise oder Strand

Heute scheint tatsächlich die Sonne. Super.. der lang ersehnte Strandtag.

Andis Rücken schmerzt immer noch sehr. So ein Sch... mein Fuss hat jetzt Farbe .. aber die Schmerzen sind fast weg. Vielleicht hilft ja ein Tag faulenzen.

Die Italiener bauen heute alle ab - in Italien sind wohl die Ferien zu Ende. Der Wald lichtet sich merklich.

20:25 Uhr - Der Strandtag war ein voller Erfolg: KNACK - und Andi kann wieder springen wie ein Junger ;-) Abendessen und Bierchen kaufen und der Tag ist perfekt.


22.08.2006 - Definitiv letzter Tag

Punkt 00:00 Uhr Disco nebenan.

01:00 Uhr kommen die Nachbarn wieder .. laut und hell

05:30 Uhr - Müllabfuhr .. einfach nur laut .. grummel. Andi einreiben :-)

08:30 Uhr - aufstehen - die Sonne scheint. Andi hat Sonnenbrand auf Beinen und Bauch. Kaffee, Frühstück, Karten spielen, Strand, Duschen, Einkaufen, Abendessen mit Baguette, Camembert und Chocolat. Hoffentlich ist Andis Sonnenbrand morgen weg.

Heute Heineken .. Pietra war gestern.

21:30 Uhr - Bettruhe, morgen gehts wieder auf die Reise.


23.08.2006 - Der Tag der Abreise

Andi hat ab 05:00 Uhr auf die Müllabfuhr gewartet, um von ihr geweckt zu werden.. bescheuert!

Um ca. 05:45 Uhr aufgestanden - gefrühstückt, gek.. und gepackt.

09:30 Uhr - Abfahrt. Pflicht-Fotos

10:15 Uhr im Bastia Hafenviertel, erstmal Infos einholen

10:40 Uhr - Andi hält stolz die Tickets von Corsica-Ferries in der Hand. Moby war wieder nix zu machen.

Um 15:30 Uhr startet unsere Fähre nach Savonna, dort werden wir dann gegen 21:30 Uhr aufschlagen.

Jetzt erstmal die 3 Stunden bis zum Boarding totschlagen - natürlich mit Cafe Creme und Baguettes..


24.08.2006 - Rückweg Italien

Gestern sind wir gegen 22:00 von der Fähre in Richtung Savonna gestartet. Das Löschen der Fähre hat ewig gedauert. Wir standen locker 30 min zwischen den Autos und Motorrädern eingequetscht.. kein Vor oder Zurück möglich. Nächste Tanke erstmal Halt -> Tanken, umziehen. Nach ca. 100 km Fleecejacken und dicke Handschuhe dazu. Ach ja: bei der Auffahrt auf die Autobahn bekommen wir kein Ticket.. ohoh.

Als wir dann im Nirgendwo runterfahren: Chaos .. kein Ticket, keine Menschen.

Nach langem Suchen und Fragen von vorbeifahrenden Italienern fahren wir neben der Schranke durch und bekommen ein Foto von hinten.

Ein Hotel ist hier nicht zu finden - das ausgeschilderte Hotel meiden wir lieber, ein anderes hat Ferien. Also wieder rauf auf die Bahn. Bis Milano.

Gegen 03:00 Uhr finden wir ein Hotel - voll. Am Empfang sagt man uns, dass 2 km weiter das nächste Hotel ist. 03:30 Uhr - eingecheckt (ohne Frühstück), Plünnen aus.. erstmal schlafen. Der Rest ist jetzt egal.

Nicht mal die getrennten Betten waren ein Grund zum moppern.


25.08.2006 - Schnell nach Hause

08:33 Uhr - Wach, beide. Heim -schnell !!

10:30 Uhr - geduscht, gek.., gepackt.. gelacht - noch schnell gefrühstückt (war dann doch inclusive). Alles aufs Mopped geschnallt und los 10:37 Uhr

11:45 Uhr - Grenze Schweiz, 1. Tankstelle

Die unfreundlichste Tankstelle im Dreiländereck - und wir tanken dort. Nuja - Schüttelcappu, Rauchen, Tanken, Öl für die Q (nicht mal ½ Liter auf 2000 km) und gegen 12:30 weiter. Dann weiter bis zum Gotthart. Dort kommen wir etwa 13:45 an - sieht nach Regen aus. Mittag für 25,00 € (Spaghetti Bolognese und Bratwurst mit Kartoffelecken !!)

14:30 Uhr - Mittlerweile hat es aufgehört langsam zu regnen. Also dicke Plünnen an und los - Stau - Andi fährt rechts vorbei.

Ab Luzern wieder Regen - mal mehr mal weniger + Stau.

Halt bei Mc Donalds nach der Autobahn (A14) Richtung Zürich gegen 16:30 Uhr.

Wir haben kein Bargeld mehr gross und unsere letzten Piepen für ´nen Cappu zusammengekratzt.. die nehmen aber nur €- Scheine - also 2€ spenden und Cappu ist geschenkt. Nette Leute hier. Der Weg nach Zürich bringt immer mehr wechselhaftes Wetter.

Zuguterletzt verfahren wir uns in Zürich und müssen durch den ewigen Stau eine Zwangspause machen, weil die Q irgendwie nach Öl riecht. Nach 2h Zürich geht’s dann weiter Richtung Heimat. Andi will direkt nach der Grenze tanken - ich sag den kürzesten Weg - aber irgendwie haben wir uns wohl missverstanden :-S Wir müssen jedenfalls kurz vor der Grenze tanken - und das ist auch gut so, denn hier gibt es in der Tankstelle sooooooooooooooooo viel Schokolade.

Wir machen also erstmal Kaffeepause und staunen und nehmen noch ein bissel Schoki mit. Andi iss müde und die Handgelenke tun ihm weh - und er nörgelt: Verpasst heute die Simpsons.

Der Rest des Weges zieht sich .. Regen und Regen und Regen .. aber irgendwann glücklich zu Hause.